"Die Hacker schlafen auch nicht!"

Presse
17.04.09

Von: Lars Stöhr

Für die niedersächsischen Abiturienten des Jahrgangs 2009 wird es ernst: Am 17. April haben die schriftlichen Prüfungen begonnen. Dafür, dass bei der Übermittlung der Aufgaben für das Zentralabitur an die Schulen vorher nichts schief geht, ist ein Unternehmen aus Braunschweig mitverantwortlich. Hau

Deshalb erhielten die Braunschweiger Fachleute auch den Auftrag, ein System für die sichere Übermittlung der Aufgaben des Zentralabiturs zu entwickeln. Seit Einführung der zentralisierten Reifeprüfung im Jahr 2006 verschicken sie die Daten verschlüsselt über das Internet an die Schulen.

 

Der Abruf der Daten funktioniere ähnlich wie beim Online-Banking erklärt Entwickler Benjamin Noah. Nachdem sich die Lehrer mit persönlichen Identifikations- und Transaktionsnummern authentifiziert haben, können sie die Arbeiten für den nächsten Tag herunterladen.

Aufgaben im Tresor

 

Die rund 300 niedersächsischen Schulen mit gymnasialer Oberstufe haben dafür ein Zeitfenster von vier Stunden vor der jeweiligen Prüfung. Um Missbrauch auszuschließen, sind diese Dateien allerdings nochmals verschlüsselt. Wie es dann weitergeht, erklärt Oberstufenkoordinator Klaus Finger von der Hoffmann-von-Fallersleben-Schule in Braunschweig. Die Daten werden per USB-Stick auf einen lokalen Computer transferiert und ausgedruckt. Die Ausdrucke verschwinden bis zur Prüfung im Tresor, der Stick wird gelöscht.

 

Mit dem technischen Ablauf habe seine Schule gute Erfahrungen gemacht, so Klaus Finger weiter. Damit alles reibungslos funktioniert, beobachten Entwickler Benjamin Noah und dessen Kollegen während der Abiturzeit beobachten ständig den Prozess und überprüfen ob alles in Ordnung ist.

Ständige Entwicklung

 

Bisher ist noch nie eine Prüfung ausgefallen, weil etwas nicht geklappt hat oder gar Aufgaben vorher bekannt geworden sind. Tester von Bankensoftware beurteilen das System deshalb regelmäßig als einwandfrei. Dennoch arbeiteten die Experten von "Art of Systems" weiter an seiner Verbesserung, betont Geschäftsführer Peter Zwaricz: "Die Hacker, die schlafen auch nicht. Wir natürlich auch nicht. Wir versuchen es jedes Mal immer noch ein Stückchen sicherer zu machen."

 

Während in den meisten anderen Bundesländern für die Datenübermittlung beim Zentralabitur noch der traditionelle Postweg genutzt wird, ist Niedersachsen in Sachen Sicherheit - auch dank der Technologie aus Braunschweig - Vorreiter. Bis zur Ansage: "Bitte das Aufgabenblatt umdrehen. Es geht los!" bleiben so die Prüfungsinhalte für etwa 20.000 Abiturienten streng geheim.

 

Quelle: NDR Info